Bernina L620 mit beigem Stoff auf dem Anschiebetisch

Bernina Coverstich L620 – Testbericht Teil 1

Es gibt Maschinen, auf die freut man sich, wenn man sie ausführlich testen darf. Und manchmal freut man sich nicht so. Die Bernina L620 löste gemischte Gefühle aus. Aber warum?

Was macht man denn als Fan des Deckstichs, wenn sie doch so toll ist, wie erwartet?

Finden wir es gemeinsam heraus!

So viel können wir jetzt schon mal verraten: Wer keinen Deckstich braucht, sollte nicht lange überlegen und sich das Arbeitstier von Bernina einfach holen.

Auspacken, aufstellen, einfädlen, los gehts! Viel ist ja nicht zu machen. Die Lufteinfädelung und der Nadeleinfädler sorgen dafür, dass man direkt losnähen kann. Eine Probenaht zur Kontrolle und dann ging es bei uns gleich an die Wäsche.

Wäsche

Wir hatten ein paar Teile für den Test des Wayliners zugeschnitten, die wir dann aber doch nicht brauchten (mit dem Wayliner hat alles aufs erste Mal funktioniert). Wir stecken also wieder klassisch und covern verschiedene Gummibänder an. Falzgummi, Badegummi, dehnbare Spitze, Bundgummi usw. und das an unterschiedliche Stoffe (Baumwolljersey, Funktionsjersey) und verwenden auch gleich verschiedene Garne.

Und auch immer mal mit nicht so passenden Farben, damit man die Naht besser erkennen kann. Für uns eine super Gelegenheit, die L620 besser kennenzulernen.

Fazit nach 5 Slips:

  • Die Geschwindigkeitsregelung ist klasse! Obwohl wir das bis jetzt nie vermisst hatten, hat uns die Idee sofort überzeugt. Denn gerade beim Annähen von Falzgummi tendiert man leicht dazu, schneller zu nähen, sobald es gut läuft. Und schon eiert man wieder auf dem Band herum. Regler nach unten stellen, schon kann man schön gerade nähen. Und trotzdem mit dem Fuß das Pedal voll durchdrücken.
  • Der Klarsichtfuß ist die perfekte Wahl als mitgelieferter Standardnähfuß. Die vielen Markierungen bieten für jede Art von Bändern eine gute Orientierung.
  • Programmierbarer Nadelstopp – wie cool ist das denn?! Wir können mit vielen Covermaschinen langsam nähen, aber so kann man selbst an schwierigen Stellen ganz easy nachpositionieren. Anhalten, Nähfußspitze anheben, Band ausrichten. Was allerdings etwas nervt, ist die Dauer, bis der Signalton ertönt. So lange mit der Ferse auf dem Pedal zu stehen, ist in manchen Sitzpositionen anstrengend.
  • Verschiedene Garne, kein Thema. Bis jetzt hat die Bernina L620 alle unsere Sorten problemlos verarbeitet (und auch alle Bauschgarne durch die Lufteinfädelung gezogen).

T-Shirt

Von der L660 ist dann auch gleich ein Shirt rübergewandert und sollte am Halsausschnitt und an den Ärmeln abgesteppt werden. Auf eine Nadel umbauen, Bauschgarn in den Greifer und fertig ist die Kettnaht.

Wir haben uns für die linke Nadel entschieden, weil wir fanden, da liegt das Bündchen und die Overlocknaht am besten auf dem Transporteur auf. Der Klarsichtfuß macht es mit den vielen Markierungen wirklich einfach, gerade zu nähen.

Fertig ist das Shirt!

Sport-Tops

Eigentlich wird beim Schnitt Alicia von Pattydoo die obere Kante nicht abgesteppt, wir haben es trotzdem mal mit dem Kettstich versucht.

Hier ist das Gummiband angeheftet, weil wir es nicht laut Anleitung vorher von innen angenäht haben.

Wir finden, die L620 fühlt sich mehr wie eine Nähmaschine an, alleine schon durch den programmierbaren Nadelstopp. Den haben wir für schöne Ecken auf dauerhaft unten gestellt.

Und was für schöne Ecken mit dem Kettstich!

Dabei haben wir gleich verschiedene Nadelpositionen verglichen. Wir finden, mit der Nadel rechts (pinkes Top) lässt es sich leichter exakt nähen, als mit Nadel mittig (blaues Top).

Das Gummiband haben wir rechts auf links angecovert. Hier hätten wir uns so einen praktischen Spitzenkantenfuß wie bei der Bernette b62 gewünscht. So war wieder viel markieren und stecken angesagt. Mit dem Gummi auf Powernet hatte die Bernina L620 aber keinerlei Probleme, auch mit Gütermann Bulky Lock MC wurde der Stich richtig schön.

Und zum Schluss noch der Saum mit der 2-Faden-Covernaht schmal. Hat super geklappt, auch wenn das echt zwei schwierige Lycra-Stoffe waren. Der blaue noch schlimmer als der pinke, vielleicht war er deshalb reduziert … Aber für die L620 alles kein Thema! Da werden wir die nächsten Wochen doch mal in unserer Restekiste nach den absoluten Höllen-Stoffen graben.

Einfädeln ganz easy

Klar, eine Lufteinfädelung ist eine tolle Sache. Bei einer Cover nicht ganz so wichtig wie bei einer Overlock oder Coverlock, aber schon komfortabel. Zu der genialen Technik von Bernina mit dem Luftstoss per Pedal kommt hier noch ein weiterer Pluspunkt:

Die Abdeckung, die von Magneten gehalten wird. Man meint, Bernina hätte die Nutzer der L450/L460 fluchen hören, wenn sie mal wieder den Abfallbehälter nicht ab oder ran bekommen haben. Problem gelöst! Einfacher gehts wirklich nicht.

Start am Rand

Für die Flared Leggings brauchten wir auch ein paar Kettnähte. Erst für den Bund, weil die Nähmaschine gerade zur Stickmaschine umgebaut war und gestickt hat. Später auch für die festgenähte Bügelfalte.

Also haben wir uns herangetastet, wie nah am Rand die Bernina L620 starten kann.

Das sieht doch schon mal gut aus! Allerdings ist der erste Stich manchmal hinterher aufgegangen, der Oberfaden war also nicht ganz in der Schlinge des Unterfadens. Könnte auch am Garn liegen, wir covern mit Stickgarn. Aber auch dieses Problem ließ sich einfach lösen.

Man hält dein Greiferfaden fest. Ähnlich wie beim Nähen mit der Nähmaschine auch. Dann ist es auch möglich, so exakt zu starten wie hier auf den Bildern zu sehen. Das ist in beiden Fällen der Start der Naht, direkt auf der Naht an der Bruchkante.

Warum Stickgarn für den Kettstich? Weil wir damit die Bügelfalte festgesteppt haben. Da sorgt das glänzende Stickgarn gleich für ein weiteres Highlight.

Aber nur auf einer Seite, denn der Glanz ist nur bei der Kette sichtbar.

Und zum Schluss noch säumen. Hier hatten wir die beiden Stickgarne in den Nadeln und im Greifer Madeira Aerofil.

Viel einzuarbeiten gabs bei der Cover von Bernina ja nicht wirklich, sie hat uns den Einstieg sehr einfach gemacht.

Unser erster Eindruck:

Ihr Auftrag: Covern. Check!

Wir sind ja jetzt keine Neulinge an der Cover und haben schon einige Erfahrungen gemacht, was schwierige Materialien oder Stellen angeht. Trotzdem sind wir sicher, dass auch Anfänger mit der L620 fehlstichfreie Nähte hin bekommen.

Die Transporteurversenkung erleichtert das Positionieren des Stoffes unter dem Nähfuß, grad bei empfindlichen Stoffen. Die Markierungen auf dem transparenten Nähfuß ermöglichen exakten Nähte, aber ab und an denken wir doch an den Ausgleichsfuß der L890 … Der kommt gleich auf die Wunschliste.

Unser Highlight: Der programmierbare Nadelstopp. Zur Stelle, wenn´s drauf ankommt.

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